Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Kleiderkammer für bedürftige Wandlitzer (MOZ, 8.8.13)

Wandlitz (bey)

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Sie organisieren Sprachunterricht für Flüchtlinge, eröffneten eine
Kleiderkammer und eine Fahrradwerkstatt und brachten ein Bürgerbegegnungsfest auf den
Weg: ehrenamtliche Wandlitzer vom Runden Tisch der Toleranz. Neue Mitglieder sind
jederzeit willkommen.
Einige freiwillige Helfer stehen mitten im Berufsleben, andere studieren oder gehen zur
Schule und viele sind bereits im Rentenalter. Doch alle haben ein Ziel: Sie wollen den
Flüchtlingen, die seit Anfang des Jahres im Übergangsheim an der Bernauer Chaussee
untergebracht sind, bei der Eingewöhnung im fremden Land zur Seite stehen.
„Wir organisieren ganz praktisch die Kommunikation zwischen Einheimischen und
Flüchtlingen“, beschreibt der Basdorfer Mathis Oberhof das Anliegen des Runden Tisches
der Toleranz. Angefangen haben die Ehrenamtlichen vor einem reichlichen halben Jahr mit
einem Spendenaufruf. Gesucht wurden vor allem Möbel, Bekleidung und Spielsachen.
Inzwischen quillt das Möbel- und Kleiderlager auf dem Gelände des Flüchtlingsheimes über.
„Wir haben festgestellt, dass sich die Heimbewohner kaum Kleidung aussuchen,“ sagt
Gerda Faistel, die sich gemeinsam mit vier anderen Freiwilligen um diesen Bereich
kümmert. Deshalb schlägt der Runde Tisch vor – das Lager künftig auch für bedürftige
Wandlitzer zu öffnen. „Auch bei uns gibt es viele Hartz IV-Empfänger, die das Angebot
bestimmt dankend annehmen“, ist Pfarrerin Janet Berchner überzeugt.
Die Leiterin des Asylbewerberheims, Petra Stabenow, berichtet, dass trotzdem derzeit
dringend einige Dinge gesucht werden: Dazu gehören Kinderbetten und -schränke, Küchen
und Geschirr, Spielzeug für draußen sowie Kinderwagen und Fahrräder. „Freuen würden
wir uns außerdem über Ehrenamtliche, die in der Radwerkstatt gemeinsam mit Flüchtlingen
die alten Drahtesel wieder aufarbeiten“, betont Oberhof.
In der Einrichtung an der Bernauer Chaussee leben im Moment 65 Menschen. Eine Familie
kommt aus dem Iran, die anderen aus Tschetschenien. Schulpflichtige Mädchen und
Jungen sind derzeit nicht dabei. Doch die Mitglieder vom Runden Tisch denken
vorausschauend und setzen sich für eine „schnelle Einschulung“ ein. „Sie müssen vom
ersten Tag, an dem sie im Heim sind, eine Bildungseinrichtung besuchen“, betont Pfarrerin
Berchner.
Schulrätin Brigitte Thiering kündigt genau diese Vorgehensweise an: „Wir sind bestrebt,
alle schulpflichtigen Kinder praktisch vom ersten Tag an in Schulen unterzubringen.“ Das
werde dann eine Einrichtung sein, die über die entsprechenden Kapazitäten verfügt.
Gleichzeitig nehmen sie dann zwei Mal wöchentlich am Sprachunterricht teil.
Zu den wichtigsten Projekten, mit denen sich der Runde Tisch der Toleranz in diesen Tagen
beschäftigt, gehört Magomed. Wie berichtet, hat Mathis Oberhof eine Online-Petition
organisiert, mit der die Rückführung des tschetschenischen Jungen, seiner drei
Geschwister und des Vaters erreicht werden soll. In der kommenden Woche will der
Basdorfer die Unterschriftenlisten dem Bundesamt für Migration übergeben.

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Über oberhof

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 8, 2013 von in Presseartikel.
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