Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

MOZ 4.9.13: Flüchtlinge in Eberswalde willkommen

Flüchtlinge in Eberswalde willkommen
Eberswalde (ms) 321 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis Barnim. Jetzt sollen 285 weitere Asylbewerber Aufnahme finden, davon 35 im Brandenburgischen Viertel. Bürgermeister Friedhelm Boginski und Ortsvorsteher Carsten Zinn hatten deshalb am Montagnachmittag zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung ins Bürgerzentrum an der Schorfheidestraße eingeladen. Im gut gefüllten Saal hatten neben Schul- und Kita-Leitern, Vertreter von Wohnungsunternehmen, Sportvereinen, Beratungs- und Begegnungszentren sowie Interessenvereinigungen Platz genommen, um gemeinsam zu beraten, wie den Neuankömmlingen am besten geholfen werden kann, Fuß zu fassen.
Mathis Oberhof, Koordinator des Runden Tisch der Toleranz aus Wandlitz, lieferte ein praktisches Beispiel. Als die ersten Bewohner vor gut sieben Monaten in das dortige Asylbewerberheim einzogen, sei das bei vielen Einwohnern zunächst auf Ablehnung gestoßen. „Die Stimmung kippte, als die Nazis vor dem Heim auftraten. Die wollte niemand im Ort haben. Inzwischen hat sich ein ausgesprochen gutes Zusammenleben und eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Kräften entwickelt“, schilderte Oberhof. „Wir haben nicht gefragt, was müsste man tun und wer soll das tun, sondern von Anfang auf Freiwilligkeit und ein Bündnis von Menschen gesetzt“, fügte er hinzu. Aus der anfänglichen Ablehnung sei eine Willkommenskultur geworden, die das Leben in Wandlitz bereichert. „Ich wünsche, dass das auch den Eberswaldern gelingt“, sagt Oberhof.
92 Flüchtlinge leben bereits in der Barnimer Kreisstadt, davon 54 im Brandenburgischen Viertel. Für die 35 Neuen, die ab Anfang Oktober aus dem Aufnahmelager Eisenhüttenstadt nach Eberswalde kommen, hat die Wohnungsbaugenossenschaft elf Wohnungen an der Schwärzeseestraße bereitgestellt. Für die Ausstattung der Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen mit Möbeln und technischen Geräten wird der Kreis sorgen. Die Ein-Raum-Wohnung im Parterre des Aufgangs, so erklärte Sozialdezernentin Silvia Ulonska, wird als Büroraum genutzt. „Das alles funktioniert nur, wenn ausländische Mitbürger tatsächlich willkommen geheißen werden“, sagt Landrat Bodo Ihrke. „Wir haben von Wandlitz gelernt. Wir werden den Flüchtlingen einen Sozialarbeiter zur Seite stellen, der sie bei ihren ersten Schritten begleitet. Mit der Polizei wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet. In Verbindung haben wir uns auch mit den Schulträgern gesetzt“, erläutert Silvia Ulonska. Dazu sollen Kooperationsvereinbarungen mit Kitas gehören, in denen Flüchtlingskinder an freien Nachmittagen Deutsch lernen. „Die Volkshochschule Finow bietet außerdem Vorkurse zum Spracherwerb an. An den Schulen haben wir ausreichend Kapazitäten, auch für die Jahrgänge der 7. bis 10. Klasse“, fügte Hardy Schalitz, Leiter des Staatlichen Schulamtes, hinzu.
Aus welchen Ländern die Flüchtlinge kommen, steht noch nicht fest. Die meisten Asylbewerber, die jetzt schon im Brandenburgischen Viertel zu Hause sind, stammen aus Tschetschenien, Afghanistan, Somalia, Serbien, Kamerun und aus dem Irak. „Das Zusammenleben funktioniert. In den Hausgemeinschaften wurden sie gut aufgenommen“, die Einschätzung von Thomas Köchig, Geschäftsführer der Wohnungsbau und Hausverwaltungsgesellschaft. „Wir wollen die Eberswalder von Anfang an mitnehmen. Wir werden dazu auch die Einwohnerversammlung am 16. September nutzen“, versprach Boginski.
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am September 4, 2013 von in Presseartikel.
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