Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Eine Feier zur Rückkehr

Wandlitz (MOZ, Steffi Bey, 10.9.2013) Die Proteste zeigen Wirkung: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stimmte jetzt der Rückführung eines tschetschenischen Vaters und seiner vier Kinder aus Polen nach Wandlitz zu.

Die Situation der Familie, die seit Anfang des Jahres im Übergangswohnheim in Wandlitz untergebracht war, hatte in den vergangenen Wochen für Aufruhr gesorgt, denn Mitte Juli wurde die Familie auseinander gerissen. Die Ausländerbehörde des Landkreises Barnim hatte den Vater mit seinen vier Kindern im Alter zwischen zehn und 17 Jahren nach Polen zurückgeführt, wie es im Amtsdeutsch heißt. Und das, obwohl die Ehefrau zu der Zeit in einem Bernauer Krankenhaus behandelt wurde.

Laut Aussage des Flüchtlingsrates Brandenburg brach die Behörde damit ein Tabu. Erstmals sei im Land Brandenburg bei einer Rückführung nach Polen eine Familie getrennt worden.

Seit dem Bekanntwerden des Vorfalls entwickelte sich vor allem in Wandlitz eine riesige Protestwelle. Eine Online-Petition, die mehr als 1000 Menschen unterschrieben, wurde initiiert und der Runde Tisch der Toleranz protestierte beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Mit dem Ziel: Eine Rückführung des tschetschenischen Vaters und seiner vier Kinder zu erreichen. „Was kaum für möglich gehalten wurde, tritt jetzt ein“, betonte gestern Mathis Oberhof vom Runden Tisch der Toleranz. „Wir sind einfach nur glücklich“, sagte auch Ramona Krönke aus Wandlitz. Die Schauspielerin besuchte in den vergangenen Wochen fast täglich die tschetschenische Mutter im Krankenhaus.

Wann der Vater und die vier Kinder wieder nach Deutschland einreisen – sie waren über Polen hierher gekommen – ist derzeit noch offen. „Wir wissen bislang nur, dass das Bundesamt der Rückführung zugestimmt hat, über die Modalitäten wurden wir noch nicht informiert“, erklärte am Montag Oliver Köhler, Sprecher des Landkreises. Zuständig werde die Verwaltung wieder „für diesen Fall“, wenn es um die Unterbringung geht. „Wir suchen eine Wohnung für die sechsköpfige Familie im Landkreis Barnim“, macht Köhler deutlich.

Für Mathis Oberhof und die anderen Mitglieder des Runden Tisches steht indes fest – die Rückkehr und die Zusammenführung soll gemeinsam gefeiert werden.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am September 10, 2013 von in Presseartikel.
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