Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

MOZ v.21.10.13:Tschetschenische Familie wiedervereint

Eberswalde (sk) Beinahe drei Monate lang mussten der Vater und die vier Kinder gegen ihren Willen in Polen ausharren, während die im Krankenhaus liegende Mutter ständig in der Gefahr schwebte, auch noch aus Deutschland ausgewiesen zu werden. Jetzt aber ist die Familie aus Tschetschenien endlich wieder vereint und konnte eine Vier-Raum-Wohnung im fünften Stock eines Altneubaus in Eberswalde beziehen – dank des unermüdlichen Einsatzes der am Runden Tisch der Toleranz in Wandlitz Engagierten und des massiven öffentlichen Drucks.

Am 19. Oktober wurde das Fest der Familienzusammenführung gefeiert.
Erstmals seit einem Vierteljahr hängt der Himmel für Zelman (40) und Zaina (38) sowie ihre Kinder Magabi (17), Mayrbeka (16), Linda (12) und Magomed (10) voller Geigen. Zwei ihrer größten Wünsche haben sich mit einem Mal erfüllt. „Wir sind zusammen und wir haben eine eigene Wohnung“, sagt der Familienvater, der in Tschetschenien als Maurer gearbeitet hat und noch einen Dolmetscher braucht, um sich in seiner Wunschheimat mitzuteilen. Jetzt hofft er, dass der Asylantrag bewilligt wird. Und könnte sich im Überschwang der Gefühle nichts Tolleres vorstellen, als für immer in Eberswalde leben und möglichst bald auch arbeiten zu dürfen.
Im Juli waren der Vater und die Kinder nach Polen zurückgeschickt worden. Über dieses sichere Drittland waren sie im November vorigen Jahres nach Deutschland eingereist, dort hätten sie nach gültigem Recht Asyl beantragen sollen. Die Mutter wurde gerade wegen eines Magengeschwürs im Bernauer Krankenhaus behandelt.
„Die Nachricht von der Ausweisung war wie eine Bombe in unseren Herzen“, sagte Mathis Oberhof vom Runden Tisch der Toleranz, der die Familie im Wandlitzer Übergangsheim kennengelernt und betreut hatte. Die empörten Wandlitzer schrieben Brandbriefe an die Politik und starteten eine Unterschriftensammlung im Internet, an der sich innerhalb eines Monats 1000 Sympathisanten beteiligten. Dennoch habe die Ausländerpolizei sogar schon am Krankenbett der Mutter gestanden, um auch sie zurückzuführen. Dann jedoch sei zum Glück alles anders gekommen. „Deutschland hat sich bereit erklärt, das Asylverfahren der Familie zu übernehmen“, betonte Mathis Oberhof. Daraufhin habe der Runde Tisch die Wohnung besorgt und mit Spenden ausgestattet.
Die Kinder, hob der Vertreter des Runden Tisches hervor, würden bald in Eberswalde eingeschult. Der jüngste Sohn ist schon ganz heiß darauf, einem Fußballverein beizutreten.

 
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 21, 2013 von in Presseartikel.
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