Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

„In Brandenburg haben sie gefragt ‚Was können wir tun?‘..“ Adventsandacht in Leipzig-Wahren

Am 28. November waren zwei Vertreter des Runden Tisches der Toleranz in Leipzig –Wahren, um über die Erfahrungen der Willkommen s Kultur in Wandlitz zu berichten. Anwesend war unter anderem Pfarrer Helge Voigt, (Foto: ev. Gnadenkirche, Leipzig-Wahren) der seine Eindrücke von diesem Abend in der Advents Andacht am darauf folgenden ersten Advent zum Ausdruck brachte:
Adventsmusik zum 1. Advent 2013 in Wahren / Andacht von Pfr. Helge Voigt
 
Lesung- Psalm 24, 7-10:
7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
8Wer ist der König der Ehre?
Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit.
9Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
10Wer ist der König der Ehre?
Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre.
Liebe Adventsmarktsbesucher,
ich bekomme die Tür einfach nicht zu! Es geht nicht! Nicht zu schaffen. dabei habe ich ein Jahr in der Tischlerei gearbeitet. Wie man eine Tür zubekommt, das weiß ich. Erst mal nachschauen. Eventuell nachjustieren, wenn´s sein muss abhobeln. Aber daran liegt es nicht. Ich muss die Tür nicht holztechnisch überarbeiten.
Haben Sie die Tür zubekommen? Dumme Frage, werden Sie denken. Am ersten Dezember, da macht man doch wohl eher eine Tür auf. Es ist die erste am Adventskalender. Dahinter sind Bildchen oder kleine Dinge, die das Herz erfreuen. Die Zeit bis zum Heiligen Abend wird so versüßt oder verhübscht, je nachdem. Also ich glaube die meisten haben heute ein Türchen aufbekommen.
Aber zubekommen?
Vielleicht doch. Denn manchmal verstehe ich diejenigen, die sagen, ich muss mal alleine sein, nur für mich. Ich brauche Zeit und Raum nur für mich.
Wir schließen unsere Türen zu und dahinter ist es sicher und warm, schön gemütlich. Ja, das ist Advent. Lichter in der Stube und wohlige Stimmung. Aber ich bekomme die Tür nicht richtig zu. Immer wieder klingelt jemand. Immer wieder öffnet sich die Tür für Besuche und Freunde, sogar für Fremde. Das ist das Besondere am Pfarrhaus. Das ist nicht nur schön. Aber ich glaube auch nicht an einen bequemen Gott.
Der Gott, von dem die Bibel erzählt, macht oft Probleme. Immer wieder mahnt er die Mächtigen zur Gerechtigkeit und die Satten zur Solidarität. Der Gott des tiefen Friedens will durch freiwillig geöffnete Türen einziehen. „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch…“, so ergeht der Ruf im Advent.
Der unbequeme Gott ist der Gott der Liebe und der Menschenfreundlichkeit. Deshalb bekomme ich solange meine Tür nicht richtig zu, bis andere dasselbe Recht wie ich auch genießen.
Was kann das in Wahren bedeuten? Wer steht denn vor unserer Tür? Hören wir die, die bitten? Was brauchen Deutsche und was andere, die bei uns Zuflucht nehmen?
Gesegnet ist diejenige und derjenige, der seine Tür nicht einfach zubekommt: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass Gott kommen kann in Gestalt dessen, der mich um etwas bittet und der etwas von meiner Stärke braucht.“
Mich lässt seit letzten Donnerstag ein wundervoller Gedanke nicht los. Das waren Leute aus Brandenburg hier, die, als sie Flüchtlingen in der eigenen Nachbarschaft Zuflucht gewähren mussten, sich zusammen gesetzt haben und gefragt haben: „Was können wir tun?“ Sie haben die Tür nicht zugeworfen mit Argumenten, was andere tun müssten. Die Politiker, die dort auch nicht viel besser waren, als bei uns. Oder die Sozialarbeiter. Sie fragten nicht, was nötig wäre oder wie man es besser machen könne. Denn da, kann man feststellen, gehen die Türen schnell zu.
Stattdessen: „Wer möchte etwas tun? Wer kann was machen?“ Und es kamen diejenigen, die nicht bequem waren und sie taten, was ihnen möglich war. Nicht mehr und nicht weniger. Aber das ist so gut!
Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Advent. Ich wünsche Ihnen Ruhe und Behaglichkeit. Und wenn wer anklopft, dann dazu die Kraft, die Tür aufzumachen. Vielleicht ist ja ein Engel dabei. Bitte sprechen Sie mich an, wenn Sie bereit sind, etwas mit beizutragen. Wir dürfen miteinander freundlich umgehen und diese Freundlichkeit unbeirrt weiter geben. Darauf liegt der Segen des Allerhöchsten.
 
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Dezember 3, 2013 von in Uncategorized und getaggt mit .
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