Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Ankunft in der Normalität ( MOZ 2.1.2014)

 












Wandlitz (MOZ) Ein Jahr nach Ankunft der ersten Asylbewerber in Wandlitz haben sich die Diskussionen über die neuen Einwohner deutlich normalisiert. „Anfängliche Ängste haben sich glücklicherweise nicht bestätigt und sind heute ausgeräumt“, so Peter Dudyka, Diakon der katholischen Gemeinde.

„Willkommen Fremder“ ist der Name einer Dokumentation, die Regisseur Bernd Sahling mit Basdorfer Jugendlichen erarbeitet hat und die am 18. Januar beim zweiten Wandlitzer Bürgerbegegnungsfest erstmals zu sehen sein wird. Der Filmtitel steht für eine Entwicklung in Wandlitz und komprimiert, was sich dort innerhalb von zwölf Monaten verändert hat. „Am Anfang stand der Wachschutz vor dem Heim. Heute kann jeder rein- und rausgehen, es ist alles sehr offen hier“, nimmt Dudyka mittlerweile erfreut zur Kenntnis und stellt fest: „Flüchtlinge gehören nun in Wandlitz zu Normalität.“.

Ebenfalls zur Ein-Jahres-Bilanz gehört die Erkenntnis, dass sämtliche Befürchtungen der Wandlitzer nicht eingetreten sind. „Es sind weder die Autos noch die Grundstücke, noch die Eigenheime angegriffen worden“, so Dudykas erfreuliches Resümee. Denn an verschiedensten Befürchtungen mangelte es zum Jahresanfang 2013 nicht, wie Mathis Oberhof keineswegs vergessen hat. Er gehörte zu den Wortführern einer Debatte im „Goldenen Löwen“, bei der in heißer Atmosphäre darüber diskutiert wurde, wie Wandlitz die Gäste empfangen sollte. „Heute, nach zwölf Monaten, kann jeder sehen, dass die neuen Mitbürger und die Zusammenarbeit, das Zusammenleben mit ihnen eine Bereicherung für Wandlitz wurden“, stellt Oberhof überzeugt fest. Und auch die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant spricht den Einwohnern ein großes Kompliment aus. „Ich bin richtig stolz auf die Wandlitzer, die es geschafft haben, hier ein Modellprojekt entstehen zu lassen.“ Die enge Zusammenarbeit des Runden Tisches mit dem Asylbewerberheim und der Verwaltung habe zum Abbau vieler Befürchtungen geführt. „Jeder konnte sehen, dass hier kein Schloss aufgebaut wurde. Die Flüchtlinge werden angemessen begrüßt und sind aufgerufen, sich am Leben der Gemeinde zu beteiligen. Heute gehört das Heim zu Wandlitz, die Bürger haben die Angst vor den Fremden verloren“, schätzt die Bürgermeisterin ein.

Amtsleiter Torsten Falk vom Landkreis lobt vor allem die „außerordentlich beeindruckende Willkommenskultur, die uns hilft, hier in Wandlitz ein sehr gutes Heim zu betreiben“. Das Herangehen sei mittlerweile ein Vorbild für andere Heime, beispielsweise für Zepernick. „Wichtig wird es nun, den zweiten Schritt zu schaffen, nämlich die Menschen nach drei Monaten auch tatsächlich in Wohnungen unterzubringen“, so Falk. Dies sei problematisch, da es beispielsweise bei den Mietpreisen mit 4,75 Euro pro Quadratmeter enge Obergrenzen gebe.

66 Flüchtlinge beherbergt das Heim derzeit. 21 Flüchtlinge kamen aus Afrika, ebenso viele aus Russland, 16 Pakistani sind dabei, sechs Personen aus arabischen Ländern und zwei Vietnamesen. Es gibt zwei Spendenhallen, in denen sich die Flüchtlinge mit Geschirr, elektrischen Geräten, Kleidung und Möbeln versorgen können. Neuerdings, so Diakon Dudyka, seien die Spenden nicht allein Flüchtlingen zugänglich. „Wer sozial bedürftig ist, kann ebenfalls gern kommen.“

http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/bernau/artikel3/dg/0/1/1230241/
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 2, 2014 von in Presseartikel und getaggt mit , , .
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