Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

MOZ vom 13.10.14: Bericht vom 3. Wandlitzer Bürgerbegegnungsfest

„Willkommen in Wandlitz“
Wandlitz (MOZ) „Wir wollen uns kennenlernen“ – unter diesem Motto stand am Sonnabend das 3.
Bürger-Begegnungsfest in Wandlitz. Eingeladen waren Menschen aus dem Übergangswohnheim und
Einwohner.
3. BBF MOZ
Die Veranstaltung in der Kulturbühne „Goldener Löwe“ war erneut vom „Runden Tisch Willkommen“
organisiert worden. „Uns geht es darum, Vorbehalte gegen Menschen, die als Flüchtlinge nach
Deutschland kommen“ abzubauen, sagte Sprecherin Hannah Kickel-Andrae. Das erste Fest hatte es im
Mai 2013 „bei strömendem Regen“ auf dem Hof des Wohnheimes gegeben. Die zweite Begegnung fand
dann zu Jahresbeginn bereits im „Goldenen Löwen“ statt. „Damals war es auch schon so voll“, sagte
Kickel-Andrae und freute sich, dass diesmal wieder zahlreiche Wandlitzer gekommen waren. Das
Begegnungsfest soll künftig einmal jährlich gefeiert werden.
Silvia Ulonska lobte in ihren Begrüßungsworten die besondere „Willkommens-Kultur“ in Wandlitz. „So
etwas habe ich sonst noch nicht erlebt“, bekannte die Sozialdezernentin des Landkreises Barnim. Die
Bürgermeisterin von Wandlitz, Jana Radant, dankte allen, die sich in der Vorbereitung des
Begegnungfestes eingebracht hatten.
Die Gäste erlebten anschließend ein buntes Musikprogramm unter anderem mit dem Chansonnier Wulf
Hühn aus Hannover sowie Charlotte Hemmen, die Songs von Bruno Mars und Rhianna spielte. Bernd
Marquardt vom Theater der Altmark erfreute die Zuhörer mit seinem Bassbariton.
Aber auch Informationen kamen an dem Nachmittag, der von Assol Urrutia moderiert wurde, nicht zu
kurz. So berichteten etwa Laura Führer und Manuel Liebig vom Studien-Kolleg zu Berlin über ein Projekt,
bei dem sie die Aufnahmesituation von Flüchtlingen untersucht hatten. Insgesamt 50 Interviews wurden
geführt – und zwar in Wandlitz und im süditalienischen Riace. „Dort beleben die Flüchtlinge seit 15
Jahren das Dorf“, so Manuel Liebig. Sie zogen in verlassene Häuser, Arbeitsplätze wurden geschaffen,
ein Verein habe sich gegründet. „In Riace hat man Migration auch als Ressource verstanden“, betonte
Laura Führer. Jeder könne etwas tun – in Wandlitz und anderswo.
Für ein köstliches Büfett hatte Brigitte Breuer mit „ihren Jungs“, wie sie die jungen Männer aus dem
Übergangswohnheim nennt, gesorgt. Tagelang wurden Kochbücher gewälzt, Zutaten eingekauft und
Gerichte ausprobiert. Die Gäste ließen sich gegen eine kleine Spende marokkanische Kürbissuppe,
Auberginen-Kartoffel-Küchlein und Rote-Beete-Salat schmecken.
Brigitte Breuer engagiert sich aber nicht nur als Köchin, sie gehört auch zu den ganz aktiven Menschen,
die sich um die Bewohner des Übergangswohnheimes kümmern. Damit die Männer, Frauen und Kinder
im fremden Land etwas besser zurechtkommen, hatte Brigitte Breuer schon bald damit begonnen,
Deutsch-Unterricht zu geben. „Das macht Spaß und ist sinnvoll“, so die Wandlitzerin.
Für Süßes waren die Schüler des Gymnasiums Wandlitz zuständig. Sie hatten rund 20 Kuchen
gebacken und boten sie beim Begegnungfest zum Verkauf an.
Hannah Kickel-Andrae appellierte im Laufe des Nachmittags an die Einwohner, Wohnungen für die
Gäste zur Verfügung zu stellen. „Wir wissen, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steigen wird“, warb die
Sprecherin des „Runden Tisches Willkommen“ Wandlitz um eine weitere Mitarbeit.
Sozialdezernentin Ulonska kündigte gegenüber der Märkischen Oderzeitung an, dass bis Jahresende
noch rund 100 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden. „Die richten wir derzeit her“, so die
leitende Verwaltungsmitarbeiterin. Zugleich sprach sie die Hoffnung aus, dass sich auch in Oderberg
eine „Willkommens-Kultur“ entwickelt. „Ich bin sicher, dass die dortigen Einwohner genauso
gastfreundlich sind wie in Wandlitz“, so Ulonska. In der Stadt soll ein Asylbewerberheim entstehen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 25, 2014 von in Presseartikel.
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