Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Woidke in Wandlitz: Eine starke Zivilgesellschaft

woidke wandlitz

Es ist Woidkes erste Station auf seiner Tour durchs Land kurz vor Weihnachten. Er will sich bei
Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern in sozialen und karitativen Einrichtungen bedanken, die sich mit
viel Engagement um Flüchtlinge, sozial Benachteiligte, Menschen mit Behinderungen und Kranke
kümmern. Das Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Wandlitz ist für ihn etwas ganz Besonderes. Es
zeige exemplarisch, wie ein offenes Miteinander entstehe, wenn sich Menschen engagierten und die
Anonymität der Flüchtlinge aufgebrochen werde, sagt er. Wandlitz sei das beste Beispiel dafür, wie in
Brandenburg nach den 1990er Jahren eine „starke Zivilgemeinschaft“ entstanden ist.
Peter Dudyka vom Runden Tisch, Diakon der katholischen Kirchengemeinde, schildert in einem kurzen
Abriss die Geschichte der „Willkommenskultur“, die die Wandlitzer entwickelten, als im Januar 2013 die
ersten Flüchtlinge ankamen. „Wir sind dankbar, dass Brandenburg diese Politik macht“, sagt er. „Wir als
Land könnten es nicht so gut machen wie Sie“, gibt der Ministerpräsident zurück. „Wir könnten das gar
nicht leisten.“
Beim Rundgang durch das Haus fragt Woidke Landrat Bodo Ihrke (SPD): „Und, wie geht’s in Oderberg?“
Er scheint bestens informiert über die Proteste, die es in der Kleinstadt wegen des Baus eines weiteren
Übergangswohnheimes gibt. „Es ist wie überall“, antwortet Ihrke. „Anfangs gibt es Ängste und Vorbehalte.
Dann kommen die ersten Flüchtlinge und mit ihnen die ehrenamtlichen Helfer. Das war hier in Wandlitz
nicht anders“, stellt er fest. Später, in großer Runde, wird er noch sagen, dass die Zusammenarbeit
zwischen dem Runden Tisch und der Verwaltung hier in Wandlitz besonders gut funktioniert. „Wandlitz ist
die Blaupause, die wir uns an allen Standorten wünschen.“
„Durch Begegnungen bauen sich Vorurteile ab“, das weiß auch Petra Stabenow, die Leiterin des Übergangswohnheimes. Sie ist ebenfalls voll des Lobes über die gute Betreuung der Flüchtlinge durch
ehrenamtliche Helfer gemeinsam mit den Sozialarbeitern der Einrichtung. Es gibt enge Kontakte zu
Schulen und Sportvereinen. Und in der Regel können Familien nach einem Vierteljahr in eine Wohnung
umziehen. „Wir sind hier in einer sehr guten Situation“, stellt Petra Stabenow fest.
Gleichwohl stößt auch das Heim in Wandlitz aufgrund der Gesamtsituation an seine Aufnahmegrenzen.
„Wir mussten die Klubräume schließen und in Überbelegung gehen. Das ist natürlich auf die Dauer nicht
haltbar“, schätzt Landrat Ihrke ein.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 3, 2015 von in Presseartikel.
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