Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Deutsch – das Nadelöhr für Flüchtlinge

Zakaria und Mohammed brauen sich in der Gemeinschaftsküche noch einen orientalischen Kaffee mit Kardamom und reichlich Zucker. Wenig später sitzen sie schon auf den gespendeten Fahrrädern und treten kräftig in die Pedalen. Zwei Flüchtlinge aus dem Übergangswohnheim in Wandlitz. Sie sind jung, jeder hat seine Geschichte, jeder will in Deutschland bleiben und – arbeiten. Die beiden sind die ersten, die in der Waldsiedlung eine Arbeit als Reinigungskraft gefunden haben. Noch läuft die Probezeit. Vom Arbeitgeber kommen bisher nur lobende Worte. Die Asylbewerber seien immer pünktlich, lernten schnell, wären wissbegierig und sehr einsatzbereit. Und das holprige Deutsch verbessere sich durch den Kontakt zu den deutschen Mitarbeitern von Tag zu Tag. Ein dritter Heimbewohner soll demnächst als Küchenhelfer eingestellt werden. Dass sich ein Teil der Flüchtlinge schon nach Monaten des Aufenthalts überhaupt auf Deutsch verständigen kann, ist vor allem den freiwilligen Helfern des Runden Tisches Willkommen in Wandlitz zu verdanken. Die pensionierte Lehrerin Dr. Brigitte Breuer unterrichtet bereits seit Februar 2013 zweimal wöchentlich im Übergangsheim an der Bernauer Chaussee eine Gruppe von bis zu zehn Schützlingen, vorrangig Männer aus dem Tschad, aber auch eine Tschetschenin und ein Flüchtling aus Kamerun gehören dazu. Reinhard Fiedler, ehemals Außenhandelskaufmann, jetzt im Ruhestand, gibt seit Juli 2014 einmal wöchentlich Anfängerunterricht für Heimbewohner aus Eritrea, Tschad, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien, Palästina, Pakistan und Kenia. Sein jüngster Schüler ist 17, der älteste über 30 Jahre alt. Fast die Hälfte der Lernenden sind junge Frauen. Die Teilnehmerzahlen schwanken, erreichten aber in den letzten Wochen Spitzenwerte zwischen 15 und 20. Da sich zwei weitere ehrenamtliche Lehrkräfte für den Deutsch-Unterricht gemeldet haben, kann nun diese große Gruppe geteilt und auch separater Unterricht für zwei Flüchtlings-Familien in Groß-Schönebeck abgesichert werden. Parallel zum Unterricht im Übergangswohnheim wird Deutschunterricht für Ausländer in der Volkshochschule Bernau besucht. Das ist besonders wichtig. Denn nur die Volkshochschule kann letztlich die notwendigen Prüfungen für eine Klassifizierung der erworbenen Deutschkenntnisse abnehmen. Die hier erworbenen Zeugnisse sind oft entscheidend, wenn sich die Flüchtlinge, in der Regel mit Unterstützung durch Helfer vom Runden Tisch, um eine Arbeitsstelle, einen Ausbildungsplatz, eine Qualifizierung oder ein Studium bewerben. Der Schlüssel aber, um diesen Weg gehen zu können, ist das Erlernen der deutschen Sprache durch die, die vor Kriegen, Verfolgung, Diskriminierung oder Not und Elend aus ihren Heimatländern nach Deutschland fliehen. Immer mehr dieser Flüchtlinge treffen auch in unserer Gemeinde ein. Die Kapazität im Übergangswohnheim musste bereits bis auf 100 Plätze aufgestockt werden. Wir vom Runden Tisch Willkommen bitten deshalb alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, die Wandlitzer Flüchtlingshilfe noch mehr als bisher zu unterstützen. Vor allem werden weitere ehrenamtliche Lehrkräfte für den Deutsch-Unterricht gebraucht. Denn je kleiner die Lerngruppen, umso größer sind Lernintensität und Erfolg. Wichtig wären auch persönliche Integrationshelfer. Diese sollten vor allem Asylbewerber unterstützen, die in Wohnungen ziehen und lernen müssen, das Alltagsleben in Deutschland weitestgehend auf sich allein gestellt zu bewältigen.

Peter Hofmann

Kontakt: willkommeninwandlitz@t-online.de, Telefon 033397-214 23 (Herr Peter Dudyka)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am April 23, 2015 von in Uncategorized.