Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Ein wenig Geld aus Potsdam

Dialog Potsdam kleinVoller Saal am Sitz der Landesregierung in Potsdam. Sozialministerin Diana Golze (LINKE) und Rudolf Zeeb (SPD), Chef der Staatskanzlei, hatten am 14. Juli zur 1. Dialog-Veranstaltung „Ehrenamt und Asyl“ eingeladen. Und über einhundert Vertreter von Willkommensinitiativen für Flüchtlinge in Brandenburg kamen.
Deutlich wurde in der offenen Aussprache: die Politik braucht, um die Aufnahme und Betreuung von immer mehr Flüchtlingen in unserem Flächenland zu bewältigen, dringend die Unterstützung durch die freiwilligen Willkommensinitiativen vor Ort – dort, wo Flüchtlinge untergebracht sind und werden. Deshalb hat die Landesregierung erstmalig eine direkte finanzielle Unterstützung der örtlichen Helfer im Umfang von insgesamt 80.000 Euro bis zum Jahresende beschlossen. Ministerin Golze dazu: „Das Ehrenamt lebt vom Engagement, das bleibt auch so. Aber manchmal kostet gerade das ehrenamtliche Mühen um Bedürftige aus aller Welt auch Geld. Deshalb hat die Landesregierung kurzfristig einen Fonds für kleinteilige Hilfe auf den Weg gebracht. Die Initiativen können jeweils bis zu 1.000 Euro beantragen – damit wollen wir sicherstellen, dass möglichst viele ehrenamtliche Akteure unterstützt werden können.“ Zusätzlich werde den Initiativen ab sofort der mobile Beratungsdienst FaZIT des Landes für kostenfreie Helfer-Schulungen vor Ort zur Verfügung stehen. Der Inhalt dieser Schulungen soll sich am spezifischen Bedarf der in der Flüchtlingsarbeit engagierten Bürger orientieren. Für dieses Projekt stehen im laufenden Jahr 55.000 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung.
Das Angebot der Landesregierung ist ein guter Schritt, sicher aber kein großer Schritt nach vorn. So kostet zum Beispiel das von unseren ehrenamtlichen Lehrern und ihren „Schülern“ genutzte Anfänger-Lehrbuch für Deutsch als Fremdsprache 15,95 Euro. Der Runde Tisch in Wandlitz hat für Lehrbücher und Unterrichtsmittel schon viele hundert Euro ausgegeben. Das war nur dank der Spenden von Wandlitzer Bürgern, Unternehmen, Parteien im Landtag und Institutionen möglich. Im Wandlitzer Übergangswohnheim sind ständig etwa einhundert Flüchtlinge untergebracht, die auf die Entscheidung ihrer Asylanträge warten und in der Zwischenzeit Deutsch lernen wollen. Ein Teil von ihnen verlässt nach einiger Zeit das Heim, zieht in Wohnungen oder an andere Orte weiter oder muss – nach Rechtslage – das Land wieder verlassen. Und sofort werden die freien Plätze durch neu ankommende Flüchtlinge belegt. Ein Kreislauf, der den möglichen Zuschuss von 1.000 Euro doch sehr relativiert, zumal der ehrenamtliche Deutsch-Unterricht nur einer von vielen Kostenpunkten ist, die in unserer Unterstützerarbeit anfallen.

Die Spendenbereitschaft unserer Mitbürger sollte deshalb trotz der angekündigten Hilfe aus Potsdam bitte nicht nachlassen.

Peter Hofmann

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juli 19, 2015 von in Uncategorized.
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