Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Runder Tisch begrüßt Flüchtlinge mit Willkommenstaschen / MOZ, 23. Oktober: 50 junge Männer erreichen Wandlitz

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Mit großen Willkommenstaschen, die von der Katholischen Herz-Jesu-Gemeinde vorbereitet wurden, empfing der Runde Tisch die Neuankömmlinge.

Wandlitz (MOZ) Im Asylbewerberheim Wandlitz sind am Donnerstag 50 Asylbewerber angekommen, die in einer Notunterkunft Platz finden werden. 50 junge Männer schlafen dann in der ehemaligen Sporthalle. Damit steigt die Zahl der Asylbewerber in der Wandlitzer Einrichtung auf 150. Neuer Träger des Heimes ist die Johanniter-Unfallhilfe.

MozfotoWer die ehemalige Sporthalle betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. 50 nagelneue Feldbetten stehen da korrekt in Reih und Glied, auf diesen liegen je zwei Handtücher, ein Schlafsack, ein Laken und eine große Willkommenstasche, die von der Katholischen Herz-Jesu-Gemeinde vorbereitet wurden. Auch die Johanniter haben angepackt, tagelang wurde die Notunterkunft hergerichtet. Neue Fenster zum Lüften wurden zuvor eingebaut, die Heizung funktioniert tadellos, auch die Sanitärräume sind in einem guten Zustand.
Zwischen elf und zwölf Uhr sollen die Asylbewerber mit dem Bus aus Frankfurt (Oder) eintreffen, am Ende kam der Bus erst nach 14 Uhr aus Cottbus. „Es zeigt, wie sehr alle unter Druck stehen“, kommentiert Reinhard Mahnke das Geschehen. Der 63-Jährige verantwortet beim Johanniter-Regionalverband Nordbrandenburg den Bereich Soziale Dienste. Bereits vor einer Woche übernahm der Wohlfahrtsverband das Heim vom Landkreis Barnim. Die bisherige Leiterin des Heimes, Petra Stabenow, wird noch einige Tage lang vor Ort sein, um den „gleitenden Trägerwechsel“ mit ihrer Fachkenntnis zu einem guten Ende zu bringen.
Mahnke sieht die Johanniter nicht nur in der organisatorischen Verantwortung. „Als Hilfsorganisation sehe ich die Verpflichtung, den Menschen schnell eine Perspektive anzubieten.“ Sowie Asylbewerber arbeiten dürften, sollten sie in Praktika vermittelt werden. Zuvor seien Deutschkurse nötig, um ein Mindestmaß an Verständigung zu ermöglichen. „Es gibt ja schon Praktika, bei den Michels-Kliniken und auch auf dem Bauhof der Gemeinde“, hat Mahnke bereits erfahren.
Zu den vielen Menschen, die stundenlang auf das Eintreffen der Asylbewerber warten, gehört auch Peter Dudyka, Diakon der Herz-Jesu-Gemeinde. Er wirkt leicht verärgert. „Die Voraussetzungen hier könnten besser sein, wenn es dem Runden Tisch schon früher erlaubt worden wäre, wichtige Sanierungen auf den Weg zu bringen. Wir wollten immer die Sporthalle nutzen, aber das wurde wegen baulicher Belange vom Kreis nicht gestattet. Und auch die Räume im Schulgebäude, die jetzt eiligst hergerichtet werden, wollten wir immer sanieren lassen.“ Ärgerlich sei auch die stundenlange Verzögerung bei der Ankunft, schließlich müssten auch Ehrenämtler mit ihrer Zeit planen. Vor allem aber hofft Dukyda für die Asylsuchenden, dass sich an der Notunterkunft noch einiges ändern möge. Das hofft auch Bereichsleiter Mahnke, der aus der jetzigen Notunterkunft später ein Begegnungszentrum gestalten möchte. Auch will er die Belegung im jetzigen Internatsteil reduzieren. Dort leben knapp 100 Asylsuchende, aber eigentlich liegt die Kapazität bei 80. Im Vorderhaus sollen hingegen die Klassenräume der alten Berufsschule schnell mit Trockenbauwänden zu Ein-, Zwei-, Drei- und Vierbettzimmern umgestaltet werden, um weitere 80 Menschen unterbringen zu können.
Als der Bus mit den Asylbewerber ankommt, warten in der ehemaligen Spendenhalle Frauen der Johanniter, um mit Hilfe von Dolmetschern die Daten der Ankömmlinge aufzunehmen. Zuvor laden die durchweg jungen Männer ihre Reisetaschen ab, einige telefonieren, andere schauen skeptisch in die Runde. Sind die Daten aufgenommen, bekommen die Männer neben ihren Unterlagen ein rotes Schlüsselband, das sie als Bewohner der Notunterkunft ausweist. Karolina Biel geleitet die Männer in den Schlafsaal und sorgt dafür, dass bei Bedarf auch Betten für Freunde reserviert werden können. „Syrer sollen nebeneinander schlafen können, ebenso die Afghanen“, erklärt sie.
Anschließend stehen die Johanniter Manuela Böttcher und Adrian Hanke im Mittelpunkt. Sie haben eine Nudelsuppe warm gemacht und verteilen diese inklusive Weißbrot und Löffel. Da die Suppe lediglich Hühnerfleisch enthält, langen die jungen Männer kräftig zu.

Hans Still

http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/bernau/artikel3/dg/0/1/1431141/

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 23, 2015 von in Presseartikel, Uncategorized und getaggt mit , , , .
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