Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Was Schüler aus dem Gymnasium über ihre Hilfe für Flüchtlinge denken

1Es gibt in den Deutschkursen des Runden Tisches inzwischen über zehn Schülerinnen und Schüler des Wandlitzer Gymnasiums und des Barnim-Gymnasiums Bernau, die ehrenamtlich als Unterrichtshelfer mit den Migranten arbeiten. In ihrem Namen sprachen Lisa-Marie Zietz, Elisa Pfau und Anna Winkel zu den Teilnehmern am diesjährigen Neujahrsempfang der Wandlitzer Bürgermeisterin. Hier Auszüge aus ihrer Rede:

„Der Unterricht mit den Asylbewerbern macht Spaß, keine Frage. Gegenseitige Toleranz ist hierbei sehr wichtig – auch von Seiten der Asylbewerber. Für einige von ihnen war es anfangs nicht sehr leicht zu akzeptieren, dass ihnen größtenteils Deutsch von jungen deutschen Mädchen beigebracht wird. Ich glaube, dass muss ein ziemlicher Schock für sie gewesen sein… Aber rückblickend lässt sich sagen, dass wir alle einander zu schätzen gelernt haben in dem halben Jahr, das wir jetzt schon gemeinsam lernen … Die Flüchtlinge lernen im Unterricht nicht nur Deutsch, sondern auch unsere Kultur kennen. Und wir … lernen Verantwortung zu übernehmen. Vorurteile, … die die Migranten genauso wie wir hatten, konnten wir richtig stellen, manche sogar ganz beiseite schieben. Durch den Unterricht … erhalten wir Einblick in die Kulturen der Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen. Wir lernen viele unterschiedliche Leute mit vielen unterschiedlichen Lebensgeschichten kennen. Und durch das alles wird einem diese „Berührungsangst“, die vorher vielleicht da war, genommen.

Man hat uns oft gefragt, warum wir das machen. Warum wir für zusätzlichen Unterricht mit Ausländern nach dem eigenen täglichen Schulpensum unsere Freizeit opfern…? Ganz ehrlich, es ist bestimmt nicht, weil wir die deutsche Sprache so sehr lieben. Wenn man zehn Mal hintereinander das Wort „Katze“ perfekt betonen oder den Unterschied zwischen „ja“ und „doch“ erklären muss, dann zweifelt man schon an der eigenen Sprache. Nein, das Beste am Unterricht mit den Migranten ist dieses großartige Gefühl, wenn du siehst, wie eifrig sie alles aufsaugen, was du sagst, und wie viel sie zu Hause arbeiten, um so schnell wie möglich die deutsche Sprache zu erlernen. Und es ist so toll, wenn du bemerkst, wie gut deine Schützlinge eigentlich inzwischen schon sprechen können.

Viele Leute bei uns haben Angst vor den Veränderungen, die die Flüchtlinge mit sich bringen … Aber man sollte nie vergessen, wie gut es uns doch geht und dass wir alles Lebensnotwendige besitzen und fast schon im Luxus schwelgen. Deshalb denken wir, ist es umso wichtiger, den Leuten zu helfen, die das nicht mehr haben und die uns deswegen brauchen. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, denn Menschen sollten einander helfen, da wir letztendlich alle gleich sind. Danke!“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 27, 2016 von in Uncategorized und getaggt mit , , .
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