Flüchtlingshilfe in Wandlitz

Runder Tisch Willkommen

Welche Perspektive haben Flüchtlinge in Wandlitz?

kleinDer Runde Tisch Willkommen hat sich Ende August mit einem Schreiben an die Fraktionen der Wandlitzer Gemeinde-vertretung gewandt. Nach fast vierjährigem Bestehen bilanziert die Wandlitzer Flüchtlingshilfe, der über 130 Aktive und Unterstützer aus fast allen Ortsteilen angehören, wichtige Erfolge ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Gleichzeitig wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass es bei der jetzt notwendigen Integration der Flüchtlinge aus 19 Nationen, die in den Unterkünften und Wohnungen im Gemeindegebiet leben, große Probleme gibt und „sich immer dringender grundsätzliche Fragen“ stellten wie: „Welche Perspektive haben die Geflüchteten in unserer Gemeinde? Wie verhindern wir, dass die Übergangswohnheime in Wandlitz und Basdorf zu Dauerwohnheimen mit Ghettocharakter werden? Wollen wir, das aus den dort lebenden Migranten Mitbürger werden? Und wenn ja, was tun wir als Gemeinde einschließlich Verwaltung dafür?“

 „Wir als Ehrenamtliche – so heißt es weiter – stoßen beim Versuch, diese Probleme anzugehen, immer mehr an unsere Grenzen. Das gilt auch für die Bereiche Integration in den Arbeitsmarkt und Wohnraumsuche/Wohnraumvermittlung.“ Auch reiche der vom Runden Tisch angebotene Deutschunterricht nicht aus, um die Flüchtlinge zu einem B1-Sprach-abschluss zu führen, der für die Aufnahme einer Lehrausbildung oder einer beruflichen Qualifizierung notwendig wäre. Staatlicherseits würden aber derartige Kurse bei Bildungsträgern nicht finanziert. Weiterhin wird gefragt, wie „ sich unsere Gemeinde … zu den zahlreichen Flüchtlingen, die inzwischen – trotz guter Integrationsleistungen – einen Abschiebebescheid erhalten haben“, stelle.

Die ehrenamtlichen Helfer des Runden Tisches weisen die Gemeindevertreter darauf hin, dass diese Fragen „uns alle, nicht nur uns Freiwillige angehen“. Deshalb, so fordern sie, „müssen wir uns gemeinsam, die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe und die Gemeindevertreter, die Kommunalpolitiker und die Verwaltungsmitarbeiter, die Parteien und Vereine, besser aufstellen und Integrationsarbeit in Wandlitz planmäßiger und koordinierter betreiben.“  Dabei müsse die Kommune Wandlitz kein Neuland beschreiten, sondern könne von den Erfahrungen vieler Gemeinden, besonders aus den alten Bundesländern, profitieren, wo die Integration von Migranten schon seit Anfang der 90er Jahre fester Bestandteil der Kommunalpolitik sei.

Dem Schreiben wurde ein Positionspapier beigelegt, das vom Runden Tisch am 12. Juli 2016 einstimmig beschlossen worden war. Darin gibt der Runde Tisch Empfehlungen für die künftige Integrationsarbeit in der Gemeinde, wozu unter anderem die Erarbeitung eines Integrationskonzeptes und die Einrichtung der Position eines Integrationsbeauftragten in der Gemeideverwaltung gehören sollten. Die Fraktionen wurden für den 14. September eingeladen, gemeinsam mit Vertretern des Runden Tisches die zukünftige Ausrichtung der Integrationsarbeit in Wandlitz zu diskutieren.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 31, 2016 von in Uncategorized und getaggt mit , , .
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